aktuell
 
biographie
 
 
 
 
 
 
Kontakt

address

  English

F_Ausschnitt11.jpg


Erika Tietze-Conrad über Josef Floch, 1958

Wien war seine Vaterstadt, Frankreich ist seine Wahlheimat, das Schicksal hat ihn nach New york verschlagen. Ich habe Joseph Flochs Schaffen seit mehr als dreißig Jahren verfolgt und wie immer den lebendigen Kontakt mit dem Menschen als zuverlässigsten Schlöüssel zu seiner Kunst gefunden. als er 1925 Wien verließ, war er mit jedem Zug seiner künstlerischen Absichten auf Paris vorbereitet; er hatte gewissermaßen vorweggenommen, was Paris ihm geben konnte. Es war dies kaum mehr eine Bestätigung, auf dem rechten Wege zu sein, die er dort finden wollte. Ist er doch in seiner rein auf Farbe gerichteten Malerei in dem auf Oskar Kokoschka eingestellten Expressionismus des Nachkriegs-Wien ein Einzelgänger gewesen. Und, als er 1941 nach New york kam, war seine Kunst an jenem Punkt angelangt, daß es gerade wieder nur New york sein mußte, was er jetzt brauchte. Die einzigartige Architektur dieser Stadt kam ihm entgegen und er empfing sie, als hätte er nur auf sie gewartet. Während der zwei Jahrzehnte in Paris hatte er seinen Stand bezogen; er wollte sich nicht der Betoneung des Gegenständlichen, des Bleibenden entziehen, während eine breite Masse der Produktion um ihn herum ins rein Abstrakte drängte. Für ihn blieb immer das Naturerlebnis - der Mensch, die Landschaft, die kleinste Blume - das Objekt, an dem er das Gestz demonstrierte.

vor >>